
Hauzenberg. Sie wollen für die Jugend das Sprachrohr zum Stadtrat sein, für Chancengleichheit, Integration, Spaß an der Politik sorgen und sich vor Ort einmischen: Hauzenberg ist um eine politische Jugendgruppe reicher geworden. Jetzt feierte der SPD-Stadtverband die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten, kurz Jusos, zu der der bayerische SPD-Landesparteivorsitzende, MdB Florian Pronold gekommen war. Zum Vorsitzenden wählten die zwölf Gründungsmitglieder Andreas Anetzberger (29) aus Jahrdorf.
„Jeder Verein steht und fällt mit dem Nachwuchs“, sagte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Johannes Seiser. Er hofft, dass bei den Jusos mit heißem Herzen gesellschaftliche Veränderungen erreicht werden können. „Gegen Politikverdrossenheit und für Politik-Genossenheit“, so sein Wortspiel. Politik sei zwar manchmal langwierig, aber nicht langweilig, meinte Seiser, der zu der Auffassung kommt, dass das Thema Jugend in Hauzenberg stiefmütterlich behandelt werde. Auch mit anderen Jugendorganisationen solle der Dialog geführt werden.
„Die Hauzenberger Jusos-Gründung erfüllt mich mit Stolz“, äußerte sich Katja Reitmaier, Juso-Unterbezirksvorsitzende. Das ausgearbeitete Konzept der Truppe sei zukunftsweisend. Dass die Jusos sich dadurch auszeichnen, näher am Puls der Zeit zu sein, meinte Florian Pronold. „Die Jusos haben Themen aufgegriffen, die die SPD nicht so schnell entdeckt hat“, sagte der Landesparteivorsitzende und nannte als Beispiel die Frage der Freiheit des Internets. Es gehe nicht darum, immer auf Zustimmung zu stoßen. Auch im Widerspruch entwickle man sich nach vorne. „Es ist wichtig, kritisch und frech zu sein, über den Tag hinauszublicken.“ Pronold wünsche sich für Hauzenberg eine kämpferische Truppe, die die Mehrheiten ordentlich auf den Kopf stellt.
Andreas Anetzberger führt die Jugendorganisation an. Zu Stellvertretern wurden Stefanie Hartl, Patrick Müller und Alexander Siegert gewählt. Beisitzer sind Jonatan Herriger, Matthias Pöppel, Christian Ritzer und Stefanie Ritzer. Bildungsbeauftragte wurden Stefanie Hartl und Matthias Pöppel. Um die Jugend nimmt sich Patrick Müller an, um Integration Alexander Siegert und um Gleichstellung Johanna Wintersberger. Sie übernimmt auch die Schriftführung. Weitere Mitglieder sind Jürgen Stadlbauer, Franz Wiesmann und Stefanie Wittmann.
Mit dem Zitat „1000 Meilen beginnen mit dem ersten Schritt“ eröffnete Andreas Anetzberger seine erste Rede. Heute habe die Gruppe schon den achten Schritt getan, in den Schritten zuvor bastelte man an einem Konzept und bereitete die Gründung vor. Auf drei Säulen stehe das Juso-Papier: Chancengleichheit, Integration, Spaß an der Politik. So wolle man ein Bewerbungstraining speziell für Hauptschüler und Schüler sonderpädagogischer Förderzentren anbieten, ein „Konzert gegen Rechts“ aufziehen, ein kulturelles Sommerfest mit Flüchtlingen feiern, sich für die Rechte von Asylbewerbern einsetzen. Und natürlich wolle man nicht immer stur Politik machen. Zu einer Landtagsfahrt mit Oktoberfestbesuch sei man bereits von MdL Bernhard Roos eingeladen. Anetzberger legte seinen Fokus bei der Bildung des Kernteams darauf, dass bewusst flache Hierarchien und flache Strukturen geschaffen werden.
Sogar SPD-Bundesparteivorsitzender Sigmar Gabriel leitete seine Grüße nach Hauzenberg. Mit einem Schreiben gratulierte Bürgermeister Josef Federhofer den Gründungsinitiatoren:„Ich freue mich, dass die demokratische politische Landschaft in Hauzenberg große Bereicherung erfahren hat.“
Im Musikcafé Intermezzo folgte auf die offizielle Gründungsfeier eine ungezwungene Party, bei der drei weitere junge Leute den Jusos beitraten. Die Protagonisten der Hauzenberger Band „The Never Unknown“ Tobias Sadry, Christoph Probst und Joe Kinateder spielten eigene Songs auf die neue politische Jugendgruppe.
Bildunterschrift: Die zwölf Juso-Gründungsmitglieder mit ihren Gästen (v.l.) Franz Wiesmann, Matthias Pöppel, Stefanie Hartl, Juso-Unterbezirksvorsitzende Katja Reitmaier, Christian Flisek (stellvertretender SPD-Unterbezirksvorsitzender), Juso-Vorsitzender Andreas Anetzberger, SPD-Kreisverbandsvorsitzender Andreas Winterer, SPD-Landesparteivorsitzender Florian Pronold, Stefanie Ritzer, Bezirkstagsvizepräsident Max Brandl, stellvertretende Juso-Unterbezirksvorsitzende NicoleWagner, MdL Bernhard Roos, Christian Ritzer, Alexander Siegert, SPD-Stadtverbandsvorsitzender Johannes Seiser, Patrick Müller und Johanna Wintersberger. − Foto: Windpassinger